Karo-Shirt mit 3/4-Ärmeln: Karomania Vol. 2

Da habe ich mich wohl geirrt. Der grau-karierte Rock ist doch nicht mein erstes Kleidungsstück mit dem schottischen Trendmuster. Ganz versteckt, zwischen dicken Winterpullis habe ich dieses selbstgenähte Schottenkaro-Shirt (wieder)entdeckt. Wie konnte ich dieses Prachtexemplar je vergessen?

Und da war die Erinnerung auch zurück. Nicht ohne Grund habe ich dieses Shirt lieblos verstauben lassen. Der Schnitt ist schlicht und einfach unförmig. Vielleicht für einen fließenden Stoff wäre die weite Passform besser geeignet. Erst als ich das Endergebnis anprobierte, kam das volle Ausmaß der inkompatiblen Stoff-Schnitt-Kombination zum Vorschein. Der Stoff ist viel zu fest, dadurch wirkt das Oberteil ziemlich sackig. Ein klassischer Fall des Kartoffelsack-Looks. Hmpf. Manchmal schützen auch 20 Jahre Erfahrung an der Nähmaschine nicht vor den einfachsten Anfängerfehlern.

Fakt ist, das Endergebnis saß nicht richtig. Folglich verschwand es in den Tiefen meines Kleiderschranks und ward nicht wieder gesehen. Dort sollte es sage und schreibe 4 Jahre vergessen bleiben. Auch zwei Umzüge und zahlreiche Ausmist-Aktionen konnten daran nichts ändern. Das Shirt blieb verschollen. Bis gestern Nacht.

Phönix aus der Asche

Beim Umräumen von Sommer und Winterkleidung (Platzmangel!) fiel mit das verwahrloste Shirt aus dem wunderbaren Karostoff in die Hände. Und wäre das schottische Muster nicht gerade schwer im Trend, so wäre es mit Sicherheit gleich wieder hinten in der Ecke gelandet. Halleluja! Ein Hoch auf den Vormarsch aus den Highlands! Der Stoff ist einfach zu schön, um weitere 4 Jahre ein elendiges Dasein zwischen kratzigen Pullis zu fristen. Welche Schande! Es war höchste Zeit, das Shirt umzuschneidern. Sprich, enger zu machen. Nach ein paar einfachen Nähten hier und da – ich gebe zu, eher spontanes Bug-Fixing als Hohe Kunst der Schneiderei – erstrahlt das Karo-Shirt in neuem Glanz.

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Die Änderungen haben nichts mit filigraner Detailarbeit zu tun. Fast schon stümperhaft, habe ich an den Seitennähten je ca. 2 cm an weite rausgenommen. Vom Ärmelsaum bis zur Saumkante. Manchmal ist die einfachste Variante doch die beste. Das Shirt sitzt einwandfrei! Ok, vielleicht nicht ganz mit dem fabelhaften Vogel zu vergleichen, aber zumindest keine Spur von einem schottischen Kartoffelsack! Das heißt, die Karomania geht weiter!

 

Hard Facts

Stoff: Webstoff Schottenkaro von Buttinette. Leider ist der Stoff nicht mehr erhältlich. Ich habe den Stoff bereits 2013 ergattert, aber sowas gibt’s doch immer in so ziemlich allen Stoffläden. Vielleicht wäre für den Schnitt, dann doch ein weich fallender Stoff geeigneter. Für diese Stoffqualität wäre ein kurzer kastiger Schnitt oder eben wie hier, eine körperbetonte, taillierte Passform ideal. 

Schnitt: Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht mehr erinnern, welchen Schnitt ich als Grundlage verwendet habe, vor allem da ich bereits beim ersten Nähanlauf ein bisschen experimentiert habe (Saumlänge, Ärmellänge, Kragen). Dieses Modell aus der Burdastyle 01/2013 kommt dem ursprünglichen Design von meinem Karo-Shirt recht nahe. Aber wie gesagt, der Stoff, ist nicht ideal dafür (zu viel Stand).

Schwierigkeit: **

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